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Die längste Sommerpause unserer Geschichte hat begonnen

von Christian Hölscher
Die längste Sommerpause unserer Geschichte hat begonnen

In der vergangenen Woche wurden die letzten verbliebenen Termine unserer Saison vor dem Hintergrund derzeit bestehender Regelungen abgesagt.

Unsere Probenarbeit ruht bereits seit Anfang März und kann rein rechtlich "bis auf Weiteres" nicht stattfinden.

Symbolische Gesten zur Aufmunterung, wie wir sie aus einigen Orten berichtet bekommen haben oder auch auf Fotos und in Videos sehen konnten, wo zwei Musikerinnen und Musiker allein oder eine Kleinstgruppe von Musikerinnen und Musikern im öffentlichen Raum an der frischen Luft im eigenen Ort den Menschen eine Freude gemacht haben (ich denke da an die diversen Mini-Ständchen, die Drehleiteraktionen usw. usw. usw.), waren uns zu Ostern etc. leider nach Auskunft der zuständigen Behörden nicht möglich. Ich schreibe das hier komplett ohne Vorwurf und Unterton, sondern nur zur reinen Information, warum wir "nichts gemacht haben, es aber woanders offenbar doch ging". Ich bin diesbezüglich nicht nur einmal gefragt worden und ich bin mir sicher, dass es vielen Musikerinnen und Musikern nicht anders ergangen ist.

In der Wissenschaft wird darüber hinaus derzeit diskutiert, wie ungefährlich oder gefährlich das Musizieren von Blasmusikerinnen und -musikern in geschlossenen Räumen ist und unter welchen Voraussetzungen es stattfinden oder auch nicht stattfinden kann. In der FAZ ist am Samstag, 9.5., ein Artikel über ein Positionspapier von Fachleuten der Berliner Charité erschienen, das vom dortigen "Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie sowie vom Institut für Hygiene- und Umweltmedizin in Abstimmung mit den Vorständen der sieben städtischen Orchester Berlins" veröffentlicht wurde und Entscheidungsträgern als Empfehlung dienen solle, "den Start in die Normalisierung zu beginnen". In diesem Positionspapier sind die vorgeschlagenen Maßnahmen für Probe- und Spielbetrieb zumindest auch fürs Erste nicht ohne: Abstand von zwei Metern zwischen Bläsern, Plexiglasscheiben zur Absicherung nach vorn, Kondenswasser mit Einwegtüchern auffangen und entsorgen und natürlich die üblichen weiteren Regeln, die wir derzeit kennen: kein Handkontakt, Hustenetikette, Händewaschen usw. Allerdings - so heißt es im Papier, dem seitens der Kulturstaatsministerin "Modellcharakter auch über Berlin hinaus" zugesprochen wird - hätten neueste Studien aus Wien, den Niederlanden und Untersuchungen aus Freiburg bzw. Bamberg ergeben, dass Luftströme bei Blasmusikern "um vieles geringer seien als beim normalen Sprechvorgang" - das sei ganz plastisch auch an einer Kerze zu sehen - diese mit einer Trompete auszublasen, sei sehr schwierig, während ein Kleinkind dafür nur einen "Puster" benötige. Stefan Willich, Epidemiologe an der Berliner Charité, kommt sogar zu dem Fazit, dass die "vermutete Gefährdung durch die Bläser (...) durch empirische Studien als minimal erwiesen werden" konnte.

Sicherlich wird es dazu in den nächsten Wochen und Monaten noch diverses Neues geben. Nach derzeitigen Stand dürfen ohnehin in Nordrhein-Westfalen Proben "bis auf Weiteres nicht in Gruppen (Chor, Ensemble, Orchester) durchgeführt werden", wobei "Aufführungen im Freien" außerhalb von Festen seit neuestem mit Hygienekonzept, Zutrittssteuerung, Mindestabstand und in jedem Fall mit weniger als 100 Zuschauern möglich wären (Land NRW, Vierte Verordnung zur Änderung von Rechtsverordnungen zum Schutz vor dem Coronavirus SARS-CoV-2 vom 8. Mai 2020). Wie bei allem - es ist derzeit viel in Bewegung.

Diese Äußerungen sollen keine Kritik an Maßnahmen darstellen, die zum Gesundheitsschutz getroffen worden sind - es ist eine schwierige und eine wackelige Situation, wie nicht nur beim Robert-Koch-Institut nachzulesen ist. Nicht umsonst war in sozialen Medien am Wochenende angesichts einiger Protestaktionen unter Missachtung aller Regeln in deutschen Städten von #Covidioten die Rede... Sicherlich wird die Herausforderung sein, in den langen Monaten, die uns noch bevorstehen, Wege zu finden, wie Gesundheit geschützt und bspw. auch Musik ermöglicht werden kann. Es ist nicht einfach, aber irgendwie wird es irgendwann gehen. Bis dahin ist die Geduld aller gefragt.

Spätestens im Juli startet die - wie auch immer gestaltete - Urlaubszeit, dazu kommt die Erntezeit, die dann im vollen Gange ist und einen Teil der Musikerinnen und Musiker ebenfalls beschäftigt.

Wir haben vor dem Hintergrund schweren Herzens letzte Woche den Mitgliedern des Vereins bekanntgegeben, dass die Probensaison ganz offiziell abgebrochen wird, nachdem wir uns seit März pro forma in einem Zustand des Abwartens von Woche zu Woche befunden haben - wir ziehen die Sommerpause vor. Mit der Wiederaufnahme unserer Proben planen wir nach jetzigem Stand wieder ab September - das wäre der reguläre Beginn nach einer Sommerpause. Eine Probe via Videokonferenz ist rein technisch nicht machbar, das ist nicht nur für die Nachbarn eine grausige Option... ;)

Wir wünschen allen Besucherinnen und Besuchern dieser Seite einen gesunden Sommer und uns allen, dass wir bald miteinander Musik machen können!

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Quelle: http://www.Musikkapelle-Iggenhausen.de | © by Christian Hölscher 1998 bis 2020

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